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Winterreifenpflicht für PKW

Wann gilt die Winterreifenpflicht?

Die PKW-Winterreifenpflicht gilt jedes Jahr vom 1. November bis zum 15. April.

Sie können auch nach dem 1. November mit Sommerreifen fahren; allerdings riskieren Sie, dass Sie bei beginnendem Schneefall das Auto sofort stehenlassen müssen und nicht mehr weiterfahren können.
Im angegebenen Zeitraum ist das Fahren mit Sommerreifen verboten, sobald die Fahrbahn auch nur teilweise mit Matsch, Schnee oder Eis bedeckt ist.

Für wen gilt die Winterreifenpflicht?

Betroffen sind alle Kraftwagen die mit dem B-Führerschein zu fahren sind; also PKW, Kombi und auch LKW mit einem höchst zulässigen Gesamtgewicht bis 3500 kg.

Mit welchen Reifen erfüllen Sie die Winterreifenpflicht?

Sie brauchen 4 M+S-Reifen (Matsch und Schnee-Reifen). Die Profiltiefe aller Reifen muss mehr als 4 mm haben.
Bei Diagonalreifen müsste die Profiltiefe mehr als 5 mm haben; da heute aber nur noch Radialreifen bei PKW verwendet werden, kommt diese Regel praktisch nicht zur Anwendung.

Sie können auch 4 Spikes-Reifen (M+SE = Matsch, Schnee und Eis). Wenn Sie sich dafür entscheiden, müssen Sie am Heck des Autos die Spikes-Plakette aufkleben und die verringerten Allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkungen beachten:

  • Ortsgebiet: 50 km/h
  • Freilandstraße: 80 km/h
  • Autostraße: 80 km/h
  • Autobahn: 100 km/h

Welche Vorteile habe ich bei Verwendung von Winterreifen?

Das Winterreifen eine wesentlich bessere Bodenhaftung auf Schneefahrbahn haben als Sommerreifen, muss nicht extra erwähnt werden. Was weniger bedacht wird, ist dass Winterreifen auch auf trockener und nasser Fahrbahn bessere Bodenhaftung haben, wenn die Temperatur niedrig ist.
Wenn es im Herbst am Abend abkühlt und die Fahrbahn durch die Luftfeuchtigkeit feucht wird, haben wir mit Winterreifen nicht nur eine bessere Bodenhaftung, sondern auch ein besseres Handling, wenn wir die Haftungsgrenze in einer Kurve überschritten haben sollten.
Während das Auto mit Sommerreifen in eine Rutschphase übergeht, die oft in der Leitschiene enden kann, beginnt das Auto mit Winterreifen wegzuschmieren. Der Fahrer hat die Chance, das Auto wieder unter Kontrolle zu kriegen.

Warum haben Winterreifen im Herbst und Winter die bessere Bodenhaftung?

Dafür gibt es zwei Gründe: Die weichere Gummimischung und das unterschiedliche Profil.

Die weiche Gummimischung bringt Vorteile bei niedrigen Temperaturen; auch schon auf trockener und nasser Fahrbahn. Dafür würden sich Winterreifen bei hohen Temperaturen (Sommer) sehr schnell abnützen.

Das Profil besteht aus dem Grobprofil für die Wasserableitung aber auch schon für die Verzahnung auf Schneefahrbahn. Der besondere Clou ist aber das Feinprofil, die sogenannten Lamellen. Die sehen zwar unsektakulär aus, klaffen aber auf wenn sie auf die Fahrbahn gepresst werden und erzeuge so zwei zusätzliche Kanten, die sich in den Schnee einpressen. Dadurch wird der Rillenanteil des Profils enorm vergrößert.

Wann sollte ich auf Winterreifen wechseln?

Solange im Spätsommer die Temperaturen noch deutlich über 20 Grad bleiben, sollten Sie mit Sommerreifen weiterfahren. Wenn im Herbst (in Wien oft Mitte Oktober) die Abendabkühlung so stark wird, dass die Fahrbahnen durch die Luftfeuchtigkeit nass werden, sollten Sie auf Winterreifen wechseln.
Wenn Sie die Reifen nicht selber wechseln, sondern dazu in die Werkstätte oder zum Reifenhändler fahren, müssen Sie mit langen Wartezeiten ab Ende Oktober oder beim ersten Schneefall rechnen.
Auf unseren Fahrschulautos beginnen wir deshalb meistens Mitte Oktober auf Winterreifen zu wechseln.

Rechtsquellen:
§ 102 Abs. 8a KFG (Kraftfahrgesetz»)

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Gerhard Nigischer | 03.11.2013 17:38:59 | 0 Kommentare
Schlüsselwörter: Reifen, Vorschriften

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