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Kindersitze richtig verwenden

Die Vorschriften über die richtige Kindersicherung im Auto sind in den letzten Jahren verschärft worden. Die ungenügende Kindersicherung ist ein Vormerkdelikt. Es droht also nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch eine Vormerkung. Ab der zweiten Vormerkung innerhalb von 2 Jahren muss eine Weiterbildungsmassnahme (z.B. ein Kindersicherungskurs) besucht werden.

Hier finden Sie das Wichtigste zu diesem Thema zusammengefasst:


Wie lange muss ich für mein Kind ein Kinderrückhaltesystem verwenden?

Kinder die kleiner als 150 cm sind, müssen mit einem Kinderrückhaltesystem der richtigen Gewichtsgruppe (Gruppe 0 bis 3) gesichert werden.
Für Kinder bis zum 14. Lebensjahr hat der Fahrzeuglenker die Verantwortung für die Verwendung des Kindersitzes (oder ab 150 cm des Sicherheitsgurtes).
Die Verantwortung kann auch bei fremden Kindern (Schulfreunde des Kindes) nicht an die Eltern dieses Kindes übertragen werden. Befördert der Fahrer ein Kind ohne richtige Sicherung, droht eine Verwaltungsstrafe und die Eintragung eines Vormerkdeliktes im Führerscheinregister.


Welchen „Kindersitz“ (Kinderrückhaltesystem) brauche ich für mein Kind?

Die Zuordnung des richtigen Kindersitz zum Kind erfolgt grundsätzlich nach dem Körpergewicht des Kindes. Zusätzliche Angaben über die Größe und das Alter des Kindes, sollen die Auswahl des Kindersitz erleichtern.

Gruppe 0+: für Kinder bis 13 kg


Gruppe 1: für Kinder zwischen 9 kg und 18 kg

 

Gruppe 2: für Kinder zwischen 15 kg bis 25 kg
Gruppe 3: für Kinder zwischen 22 kg und 36 kg

Da sich die Gruppen überlagern, ergibt sich die Frage, wann von einem Kinderrückhaltesystem zum nächsten gewechselt werden soll:

Die Sicherheit Ihres Kindes ist in rückwärts gerichteten Einrichtungen (gegen die Fahrtrichtung montiert) am größten. Das spricht für einen möglichst späten Wechsel von Rückhaltesystemen der Gruppen 0+ oder 1 zu höheren Gruppen.


Was ist beim Kauf des Kindersitz zu beachten?

Nachdem Sie wissen, welche Gruppe für Ihr Kind nötig ist, sollten Sie ein Fachgeschäft für Kindersitze aufsuchen. Gute Beratung ist entscheidend. Fahren Sie mit Ihrem Auto zum Fachgeschäft und nehmen Sie Ihr Kind zum Kauf mit.

Ein Kindersitz, der dem Kind nicht gefällt, wird zu viel Ärger auf allen Fahrten führen!

Gute Qualität hat ihren Preis. Ein kompetenter Verkäufer wird Ihnen trotzdem nicht automatisch zum teuersten System raten, sondern mit Ihnen gemeinsam ein System suchen, dass sich in Ihrem Auto gut einbauen lässt und dass sich in Bedienungsdetails (Gurtführung, Polsterung, ...) als vorteilhaft erwiesen hat.

Sie selbst sollten jedenfalls das ECE-Prüfzeichen am Kindersitz gründlich überprüfen:


Jedes Kinderrückhaltesystem muss nach der ECE-Regelung 44 geprüft sein. Diese Regelung gibt es mittlerweile in der 4.Version. Kindersitze, die nach der Version 01 oder 02 geprüft wurden, dürfen nicht mehr verwendet werden. Sie erfüllen damit auch nicht die Kindersicherungspflicht und würden eine Vormerkung im Führerscheinregister riskieren!

Achten Sie auf die richtige Gruppe (Gewichtsbereich) für Ihr Kind.

Probieren Sie mit dem Verkäufer gemeinsam den richtigen Einbau in Ihrem Auto. Prüfen Sie, ob der Kindersitz ohne großen Bewegungsspielraum in Ihrem Auto befestigt werden kann und ob die Montage einfach ist.

 

Was ist bei der Montage des Kindersitz zu beachten?

Montagerichtung
Kindersitze, die für die Montage gegen die Fahrtrichtung vorgesehen sind, müssen unbedingt auch so montiert werden. Einige Kindersitze, besonder Babyschalen, lassen sich (irrtümlich) auch in Fahrtrichtung montieren. Das würde das Verletzungsrisiko des Kindes aber enorm erhöhen.

Beifahrerairbag ausschalten
Bei Kindersitzen, die gegen die Fahrtrichtung montiert werden, muss sichergestellt werden, dass bei einem Unfall nicht ein Airbag auf die Rückenlehne schlägt und das Kind katapultartig nach hinten geschleudert wird. Deshalb muss bei der Montage so eines Kindersitzes ein etwaige Beifahrerairbag ausgeschaltet sein oder noch besser der Sitz auf der Rücksitzbank befestigt werden.

Wenn ein Kindersitz am Beifahrersitz in Fahrtrichtung montiert wird, sollte das Kind etwa den gleichen Abstand zum Airbag haben wie eine erwachsene Person. Der Beifahrersitz sollte also so eingestellt werden, dass das Kind etwa so weit vorne sitzt, wie der Fahrer.

Beifahrersitz oder Rücksitzbank?
Statistisch ist das Verletzungsrisiko auf der hinteren Sitzbank geringer (richtige Sicherung vorausgesetzt) als am Beifahrersitz.

Möglichst spielfreie Montage
Je weniger ein Kindersitz bei einem Aufprall Bewegungsfreiheit hat, umso geringer ist die Belastung für das Kind. Deshalb ist wichtig, dass ein Kindersitz so fest wie möglich mit dem Sicherheitsgurt befestigt wird und die Gurtklemmen eng geschlossen werden. Auch die Hosenträgergurte, mit denen das Kind im Sitz angeschnallt wird, sollen straff gespannt sein.

Links auf unserer Homepage:
Infokurs zur Kindersicherung»
Kindersicherungskurs nach Vormerkdelikt»

Rechtsvorschriften:
§ 106 Abs. 5 KFG (Kraftfahrgesetz »)
§ 1c KDV (Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung)

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Gerhard Nigischer | 04.03.2013 08:36:39 | 0 Kommentare
Schlüsselwörter: Kindersicherung, Kindersitz, Vormerkdelikt, Vorschriften

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